Terra Preta – Schaugarten

Ein Kreislauf-Klima-Garten zum Mitmachen

Am KIMBAexpress auf dem Gelände des Berliner Großmarkts existiert seit Herbst 2021 ein Kreislauf-Klima-Schaugarten. Ganz lebensnah und praktisch erfahren Kinder dort, wie eine natürliche Kreislaufwirtschaft funktioniert. Mit Hilfe der Terra Preta-Technik können sie außerdem selbst etwas zum Klimaschutz beitragen.

Den Garten aufgebaut haben mit Unterstützung von Expert*innen der Ernährungsrat Berlin, Mehrwertvoll und der KIMBAexpress der Berliner Tafel. Das KIMBA-Team kocht regelmäßig mit Schulklassen in einem umgebauten Bahnwaggon. Ab sofort werden die Küchenabfälle dort in Eimern gesammelt, mit Holzkohlestaub angereichert und unter Luftabschluss fermentiert.

Nach sechs Wochen füllen die Besucher*innen den sauer riechenden Inhalt der Eimer in ein Kompostgefäß, wo er binnen einiger Monate vererdet. Danach können die jungen Besucher*innen die Hochbeete damit anreichern, ein paar Saatkörner hineinlegen – und bald sprießen dort Kräuter und Gemüse. Wenn Mädchen und Jungen im KIMBA-Waggon kochen, werden sie die Ernte verwenden. Die dabei anfallenden Abfälle bleiben auf dem Gelände und durchlaufen eine neue Runde des ewigen Werdens und Vergehens. Deutlich wird: Ein solches System kann im Prinzip ewig weitergehen – anders als die Einbahnstraßenwirtschaft, die ausgräbt, nutzt und wegwirft.

Der Schaugarten bietet einen Rundgang mit zehn Tafeln in vier Sprachen. Zeichnungen der japanischen Terra-Preta-Expertin Ayumi Matsuzaka zeigen, was an und zwischen den Stationen passiert. Die Kinder können das Material in den verschiedenen Phasen riechen, fühlen und anschauen. Immer gibt es auch Aufgaben zu erledigen oder Quizfragen zu beantworten.

Dabei lernen die Besucher*innen auch die Vorteile der Terra Preta-Technik kennen. Zum einen leistet sie einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz: Durch den Einsatz von Holzkohlepulver wird Kohlenstoff dauerhaft unter die Erde gebracht. Damit findet ein umgekehrter Prozess statt wie beim Ausgraben fossiler Energieträger. Zum zweiten nutzen vielfältige Mikroorganismen die Poren in der Holzkohle als Behausung – und diese Lebendigkeit im Boden macht Terra Preta extrem fruchtbar.

Zwar braucht es etwas Übung. Doch im Prinzip ist die Technik einfach und auf jedem Balkon praktizierbar. So können Schulkinder zu Klimaschutz-Botschafter*innen in ihren Familien und Nachbarschaften werden.

(Text: Annette Jensen, Ernährungsrat Berlin / Fotos: Eva Rössler, KIMBAexpress & Jule Hanske, Mehrwertvoll)

Schaut mal auf die Webseite des Berliner Ernährungsrates und lernt mehr darüber, wie wir alle zu einer Ernährungswende beitragen können!

Wenn Ihr mehr über die Terra Preta- Technik erfahren möchtet, schaut Euch auch gerne unsere Lehrvideos TERRA PRETA LEICHT GEMACHT an: