6. Arbeitstreffen THF

6. Arbeitstreffen THF

Wir brauchen konkretere Pläne und eine bessere Vernetzung zwischen allen beteiligten Gremien und Akteuren!

18.10.2018

Anwesende: Bürgervertreter, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Tempelhof Projekt GmbH, Slapa & die Raumplaner GmbH

1.) Fazit der Führung des Arbeitsgremiums am 17.10.2018:

Im Grunde sind die Räume zeitnah alle nicht zu vermieten, da der Sanierungsbedarf enorm ist. Da das Gelände so groß und die Wege so weit sind, konnten in der Führung nicht viele Räume besichtigt werden. Das Arbeitsgremium wünscht sich weitere Führungen, um ein besseres Gefühl für den Ort und die Möglichkeiten zu bekommen.

2.) Was tut sich in der Tempelhof Projekt GmbH?

a) Parallel zum Partizipationsprozess entwickelt sich auch ein interner Leitbildprozess bei der Tempelhof Projekt GmbH. Es wurde eine Analysegruppe gegründet, die existierende Konzepte prüft. Desweiteren gibt es eine Visionsgruppe und eine Reality-Check-Gruppe.
Das Arbeitsgremium wünscht sich, dass die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen mit dem Arbeitsgremium rückgekoppelt werden.

b) Zwischennutzung: H2, G2 und F2 sollen als erstes zur Zwischennutzung zur Verfügung gestellt werden. Jedoch muss auch für die Zwischennutzung für jede Fläche ein extra Bauantrag gestellt werden.

Desweiteren können Teile der Veranstaltungsflächen tageweise zur Verfügung gestellt werden. Aktuell wird geprüft, welche Flächen noch für eine Zwischennutzung geeignet sein könnten.
Laut Tempelhof Projekt GmbH soll es Interimslösungen geben. D.h. Flächen werden erstmal halbwegs nutzbar gemacht, dann kommen Zwischennutzer und letztendlich soll es ein finales Sanierungskonzept geben.
Geplant ist auch die Entwicklung eines Konzeptverfahrens, was bedeutet, dass nicht die Meistbietenden eine Fläche bekommen, sondern die besten Konzepte. Dieses Konzeptverfahren soll mit Hilfe des Arbeitsgremiums sowie des Beirates entwickelt werden.
Wirtschaftlich gesehen wäre eine komplette Stilllegung sinnvoll, dann könnte man das Flughafengebäude sanieren und dann mit der Nutzung beginnen. Die mindestens benötigten 500 Mio € sind aber nicht vorhanden, weshalb eine Zwischennutzung parallel zur Sanierung notwendig ist.
Brandschutz: Früher hatte der Flughafen eine eigene Feuerwehr, daher waren die Brandschutzauflagen nicht so kompliziert wie heute.

c) Michael Schindhelm, Autor, Kulturberater und Theaterintendant, wurde von Tempelhof Projekt als Berater hinzugezogen und soll u.a. eine kulturelle Konzeption für das Flughafengebäude beisteuern. Er soll Vorschläge für Veranstaltungen unterbreiten, die evtl. 2019 schon stattfinden können. Das Arbeitsgremium möchte ihn gern zeitnah kennenlernen und einbeziehen, damit die Ideensammlung der Bürger und Michael Schindhelms Ideen sich nicht im Wege stehen.

3.) Klarheit über Verantwortlichkeiten:

a) SenFin (Senatsverwaltung für Finanzen Berlin) gehört die Liegenschaft
b) SenStadt (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen)  ist die auftraggebende Verwaltung
c) der Aufsichtsrat von Tempelhof Projekt GmbH trifft Entscheidungen
d) der Beirat und das Arbeitsgremium sind beratende Gremien

4.) Präsentation der Ergebisse des externen Arbeitstreffens der Bürgervertreter

Am 17.10.2018 haben sich Bürgervertreter des Arbeitsgremiums zu einer externen Sitzung getroffen, um Themen zu diskutieren, die in den offiziellen Sitzungen zu kurz kommen.

Wünsche:

* Die Bürgervertreter wollen Themenbereiche entwickeln, die im Vorfeld öffentlich diskutiert werden müssen, bevor Leitlinien entstehen können.
*  Die Bürgervertreter wollen anschließend die Formate zur Entstehung von Leitlinien entwickeln, die wirklich zielführend sind, und kein externer Anbieter! Sie überlegen, was Sinn macht und sie wollen mitentscheiden, von wem sie umgesetzt werden, wenn Dienstleister für Formate extern ausgeschrieben werden. Es soll kein Geld verbrannt werden und der Prozess darf nicht unnötig hinausgezögert werden.
* Die Bürgervertreter wollen den Budgetrahmen für Formate und Öffentlichkeitsarbeit wissen und wollen mitentscheiden, wie das aufgeteilt wird! Alle Formate müssen stärker mit Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden, damit die Beteiligung auch stattfindet und Zielgruppen erreicht werden.

Vorschlag für einen Projektplan:

* November / 1.Format / Beteiligung auf Mein.Berlin:
Veröffentlichung der Vorschläge für Themenbereiche (die aus den bisherigen eingereichten Ideen und Wünschen der Bürger ermittelt werden). Zur Diskussion stellen dieser Themenbereiche sowie Ergänzen durch die Bürgerschaft auf MEIN.BERLIN.
Welche Themen bei der Entwicklung des Flughafens sind den Menschen wichtig? Was darf nicht unter den Tisch fallen? (Inklusion, Sanierung, Denkmalschutz, Finanzierung, usw.)
Die begleitende Öffentlichkeitsarbeit dazu muss gut sein! 2018 Müssen auch Kanäle wie facebook, instagram usw. bespielt werden, damit man Zielgruppen erreicht. Nur wenige Menschen kennen das Portal Mein.Berlin bisher. Ziel ist es, möglichst viele Zielgruppen einzuladen! Man muss dafür sorgen, dass mindestens Interessenvertreter oder Sprecher der Zielgruppen sich beteiligen!

* Januar / 2.Format / Veranstaltung zu den Themen
Die Themenfelder werden auf der Veranstaltung noch einmal offline vorgestellt und eventuell ergänzt. Ziel ist es, dass die Themenbereiche nach der Veranstaltung alle feststehen und anschließend durch passende Formate die Leitlinien entwickelt werden.

* Mai / 3. Format / Tag der Offenen Tür
Experten werden eingeladen, um sich zu den Themen zu äußern, Wissen einzubringen, Möglichkeiten aufzuzeigen und sich der Diskussion mit den Bürgern zu stellen.
Z.B. Thema: Sanierung vs. Denkmalschutz
Frage an die Bürger: Was ist für Euch an diesem Flughafen schützenswert? Wie weit geht Denkmalschutz und wo sind die Grenzen? Muss ein Denkmal um jeden Preis erhalten werden, auch wenn das bedeutet, dass das Gebäude nicht zukunftsfähig saniert werden kann und dann möglicherweise leer steht? Vertreter des Denkmalschutzes müssen für diese Diskussion unbedingt eingeladen werden.
Es braucht Transparenz in Sachen Denkmalschutz. Der Denkmalpflegeplan sollte öffentlich sein, z.B. im geplanten Online-Wissensspeicher! Die Bürgervertreter möchten gerne über die internen Gespräche von Tempelhof Projekt GmbH mit dem Denkmalschutz, der Bauaufsicht usw. informiert werden, um die Ergebnisse in die Arbeit des Gremiums einfließen lassen zu können.

* 2019 allgemein / Öffentlichkeitsarbeit / Storys, Infos, Bilder – den Flughafen öffentlich machen
Wenn der Flughafen nicht öffentlich begehbar ist, weil die Räume einen zu großen Sanierungsbedarf haben, kann man vielleicht versuchen, ihn anders öffentlich zu machen.
Durch Fotos, Geschichten, Informationen kann man die verschiedenen Räume abbilden und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen. Ingo Graening, der seit zehn Jahren bei der Tempelhof Projekt GmbH Führungen durch die Räumlichkeiten des Flughafens gestaltet, kennt zu jedem Raum eine Geschichte und hat ein umfangreiches Hintergrundwissen (Sanitäranlagen, Rohre, Heizungen, usw.).
Die Bürgervertreter wünschen sich eine Möglichkeit, diese Informationen allen Interessierten zugänglich zu machen, auch wenn die Räume nicht besucht werden können. Dies kann durch Fotos, Textbeiträge oder Videoformate möglich gemacht werden und auf dem Online-Wissensspeicher für alle zugänglich sein. Tempelhof Projekt könnte dies anschließend durch weitere Informationen ergänzen (z.B. Raumgrößen, Sanierungsbedarf, usw.).
Die Voraussetzung für Beteiligung und dafür, dass in der Öffentlichkeit ein Interesse an dem Gebäude entsteht ist, das Gebäude in die Öffentlichkeit zu tragen, es sichtbar zu machen!

Wie immer war die Zeit viel zu kurz und der Gesprächsbedarf enorm. Es braucht konkretere Pläne und eine bessere Vernetzung der vielen Gremien und Akteure, damit nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht. Je mehr Informationen ins Arbeitsgremium rückgekoppelt werden, umso besser kann es arbeiten.

Wir versuchen Euch, soweit es uns möglich ist, auf dem aktuellsten Stand zu halten und Euch darüber zu informieren, was im Arbeitsgremium besprochen wird, wie sich der Prozess entwickelt und welche Möglichkeiten der aktiven Beteiligung es gibt. Wer sich stärker einbringen will, meldet Euch gerne unter jule@mehrwertvoll.de oder wendet Euch zum Beispiel auch an die Bürgerinitiative Thf-Vision. Jeder ist dort immer sehr herzlich willkommen, etwas beizutragen.