Grenzenlos

Ich weiß etwas, was Du (noch) nicht weißt.

Dieses Projekt entstand ungeplant und, wie so oft, aus der Not heraus.

Im Sommer 2015 fuhren wir regelmäßig in eine Berliner Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge und versuchten zu helfen, wo es am dringendsten gebraucht wurde. Verständigung war oft nur mit Händen und Füßen möglich, aber auch das Helfen selbst war eine Art von Kommunikation und Taten waren an diesem Ort wichtiger als Worte.

Wir haben in dieser Zeit viele Menschen kennengelernt und uns mit ihnen angefreundet. Im Laufe des Jahres haben wir sie weiter begleitet und erlebt, wie schwierig es für sie ist, bei uns zurechtzukommen.

 

 

Wie oft haben wir über Behördenbriefen gegrübelt, was damit wohl gemeint sein könnte und wie oft haben die verschiedenen Institutionen einander widersprochen. Wie viele Absagen von Wohnungsgesellschaften oder Vermietern haben wir gehört, weil sie keine Geflüchteten haben wollten. Wir sind viele Wege mit ihnen gegangen: ins Jobcenter, auf Bezirksämter, zu Wohnungsgesellschaften, zu Anwälten, in Kindergärten, Schulen, auf Jobmessen, usw.

Das Problem: Es kamen mehr und mehr Menschen auf uns zu, die Hilfe benötigten. Wir konnten nicht mehr allen gerecht werden.
Unsere spontane Lösung: Verknüpfung innerhalb unseres Netzwerkes und gemeinsame, kreative Projekte, die Freundschaften entstehen lassen.

Durch unsere wöchentliche Arbeit mit geflüchteten Menschen sind gemeinsame, sehr persönliche Gedichte entstanden, ein Buch wurde gemeinsam begonnen, welches die verschiedenen Geschichten der Flucht erzählt und aufarbeitet, usw.

Die Tischlerei Holz-Lua lud uns ein, gemeinsam mit deutschen, lateinamerikanischen und syrischen Kindern und ihren Familien Vogelhäuschen zu bauen. Es wurde gesägt, gebohrt, geklebt und gepinselt. Während sich die Eltern bei Kaffee und Kuchen kennenlernten und anfreundeten, entstanden bei den Kindern und Jugendlichen die buntesten Vogelhäuschen.
Danke Eduardo Rodriguez Lua für die tolle Vorbereitung und Begleitung dieses Projektes!